27. Juli 2006
Jerusalem/Wien, 27. Juli 2006 – 26 Hilfsorganisationen, darunter auch CARE International, machen in einem gemeinsamen Aufruf auf die sich weiter verschlechternde humanitäre Situation im Gazastreifen aufmerksam: „Die 1,4 Millionen Menschen sitzen in einer Falle,“ erklärt die Leiterin von CARE-Westbank-Gaza, Liz Sime. „Sie können vor den anhaltenden Kämpfen nicht einmal fliehen.“ Der Zugang für Hilfskräfte ist außerdem weiterhin enorm eingeschränkt. Nur ausländischen Helfern ist ein Passieren der Grenze erlaubt. Immer mehr vom Konflikt Betroffene wenden sich aber an die Hilfsorganisationen, deren Projekte zum Teil selbst durch die Angriffe Schaden genommen haben.
Die in Gaza tätigen NGOs rufen zu einem sofortigen Waffenstillstand, zu einem besseren Zugang für Hilfskräfte in den Gazastreifen und zum Schutz der Zivilisten und der Infrastruktur, wie es auch das humanitäre Völkerrecht vorsieht, auf.
Durch die Kämpfe haben die Hilfsorganisationen zusätzlichen Andrang von Betroffenen zu bewältigen: Vor allem im Gesundheitsbereicht war CARE im letzen Monat stark gefordert, betont Liz Sime. In manchen Kliniken, die von CARE unterstützt werden, mussten bis zu 30 Prozent mehr Patienten behandelt werden. 16 Spitäler werden regelmäßig von CARE mit medizinischen Hilfsgütern versorgt. Nun werden weitere Klinken mit Medikamenten unterstützt.
Umgekehrt waren CARE-Projekte von den Kampfhandlungen betroffen: Im Rahmen eines Programms zur besseren Versorgung mit Nahrungsmitteln werden Gewächshäuser von CARE bereit gestellt. 27 dieser Gewächshäuser wurden in den letzten Wochen total zerstört, 23 schwer beschädigt.
CARE ist mit Gesundheitsprojekten, Programmen zur Verbesserung der Ernährungssituation und Wasserprojekten in Gaza tätig. Zwei Projekte in der Region werden über CARE Österreich mit der Finanzierung von ECHO, der Abteilung für humanitäre Hilfe der europäischen Kommission, finanziert.
Im Libanon erhebt CARE unterdessen mit einem Assessment-Team den genauen Bedarf an erforderlichen Hilfsleistungen, um dann gezielte Hilfsmaßnahmen einleiten zu können.
CARE bittet die Bevölkerung um Spenden:
PSK 1.236.000, Kennwort „Naher Osten“.
Für Interviews in Englisch mit Liz Sime wenden Sie sich bitte an das CARE-Country-Office in Jerusalem: Der Pressesprecher, George Sahhar, vermittelt gerne direkt Termine. Mobil-Tel. 00972 – 54 – 779 77 19.
Für weitere Informationen, Bildmaterial oder Interviews wenden Sie sich bitte an:
Mag. Angelika Rädler, Tel. 0676/40 10 614 oder 01/715 0 715-39
E-Mail: angelika.raedler@care.at
CARE zählt zu den weltweit größten internationalen Hilfsorganisationen: 17.000 MitarbeiterInnen arbeiten in rund 70 Projektländern an der Vision einer Welt ohne Armut. CARE blickt auf 60 Jahre Erfahrung im Bereich der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurück, hat Beraterstatus I bei den Vereinten Nationen und ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Der Sitz der internationalen Hilfsorganisation ist Genf. CARE Österreich betreut derzeit 31 Projekte in Afrika, Südamerika, Asien und Südosteuropa.
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